Ihr Oberbürgermeister für Pforzheim.

Zweiter Teil des Interviews zum Thema Wirtschaft.

Auf der Homepage der Initiative Pforzheim finden Sie nun den zweiten Teil meines Interviews zum Thema Wirtschaft und Unternehmen in Pforzheim. Dort erläutere ich unter anderem auch nochmal das Ansinnen der Porsche AG bezüglich einer Ansiedlung in Pforzheim.

Zum Interview:

Interview zum Thema Wirtschaft.

Die Initiative Pforzheim hat in den letzten Tagen konkrete Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zum Thema Wirtschaft in Pforzheim gesammelt, die ich in einem Interview beantwortet habe. Der erste Teil der Fragen zum Thema Wirtschaft wurde heute von der Initiative veröffentlicht. Der zweite Teil erscheint in den nächsten Tagen.

Zum vollständigen Interview:

Ihre Fragen und meine Antworten zum Gewerbegebiet „Ochsenwäldle“.

Zu der Mitteilung vom Montag, dass es für das geplante Gewerbegebiet am „Ochsenwäldle“ an der Autobahnauffahrt Pforzheim-Süd mit der Porsche AG schon einen Interessenten für eine Ansiedlung gibt, haben mir Bürgerinnen und Bürger eine Reihe von Fragen eingesendet, die ich an dieser Stelle einmal beantworten möchte. Gern beantworte ich auch Ihre Frage, senden Sie mir dazu einfach eine Nachricht. Aber nun zu Ihren Fragen und meinen Antworten:

Warum ein Gewerbegebiet am “Ochsenwäldle”?

Wir haben in Pforzheim eine Reihe von Gewerbegebieten, allerdings sind deren Kapazitäten bereits so ausgeschöpft, dass es für Großansiedlungen von Unternehmen zunehmend schwieriger wird. Großansiedlungen sind jedoch für unsere Region wichtig und interessant, da vor allem aus dem Stuttgarter Raum eine Vielzahl von Nachfragen aus Unternehmen kommen, die Gewerbeflächen benötigen.

Uns kommt zugute, dass wir mit der ausgebauten Autobahn A8 und der Autobahnauffahrt Pforzheim-Süd eine hervorragende Anbindung nach Stuttgart haben. Die Anbindung an ein Gewerbegebiet an dieser Stelle wäre fast vollkommen verkehrsneutral für die Innenstadt.

Wie sähe ein Gewerbegebiet aus? Was plant Porsche?

Vor rund zweieinhalb Jahren gab es erste Gespräche mit der Porsche AG, die nun so weit sind, dass Porsche für rund 15 Hektar dieses Gewerbegebietes ein deutliches Interesse bekundet hat.

Porsche plant an diesem Standort einen so genannten “Supplier Park”. Das sind Zentren, die Autohersteller betreiben, um dort externe Dienstleister und Systemzulieferer unterzubringen, die hochwertige Komponenten für Porsche-Fahrzeuge in eigener Regie entwickeln, produzieren und betreuen.

Porsche benötigt solche Zentren mit Produktionsstandorten unter anderem im Hinblick auf die kommende Elektromobilität und vor allem in unmittelbarer Nähe zu den eigenen Produktionsstandorten. Automobilhersteller werden zukünftig nur noch wenige Teile selbst fertigen, sondern zu einem großen Teil von externen Unternehmen produzierte Komponente montieren. Die so genannte Fertigungstiefe, die Autohersteller wie Porsche selbst direkt leisten, wird auf Werte von 20 bis 30 Prozent zurückgehen.

Ist die Ansiedlung mit der Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden?

Davon ist auszugehen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen darüber getroffen werden können. Da es sich aber um industrienahe und hochtechnologische Unternehmen handelt, die hier für Porsche tätig sind, kann man davon ausgehen, dass ein deutlicher Bedarf für Personal und auch für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen wird.

Unser Standort Pforzheim ist auch im Hinblick darauf, dass wir ein Hochschulstandort sind – und zugleich ein Zentrum für eine Reihe von Unternehmen aus der Präzisionstechnik sowie für IT und Medien –  sehr interessant für entsprechende Unternehmen.

Warum ein Zeitraum von sechs Jahren bis zur Ansiedlung?

Das Gebiet für das zukünftige Gewerbegebiet ist noch vollkommen unerschlossen für ein Gewerbegebiet. Es sind daher zunächst Planungen und umfassende Untersuchungen notwendig, die bereits seit einiger Zeit laufen. Berücksichtigt werden muss hier auch die Bedeutung der ehemaligen Erddeponie an dieser Stelle und der ehemaligen Nike-Feuerstellung der US Army, die nördlich des zukünftigen Gewerbegebietes liegt.  Weil sich hier seltene Pflanzen angesiedelt haben, steht dieses Gebiet vollständig unter Naturschutz. Die Station ist zwar bereits seit vielen Jahren zurückgebaut worden, dennoch müssen bei einer Bebauung in der Umgebung eine Reihe von umweltspezifischen Prüfungen vorgenommen werden.

Wir rechnen von heute an gerechnet mit einem voraussichtlichen Zeitraum von sechs bis sieben Jahren.

Weshalb sind Unternehmensansiedlungen so wichtig und „Chefsache“?

Die Wirtschaftsförderung gehört zu den Aufgaben des Oberbürgermeisters, weil Wirtschaftsunternehmen mit Gewerbesteuerabgaben und der Schaffung von Arbeitsplätzen einen großen Beitrag zur Finanzierung des Haushaltes beitragen. Darüber hinaus sind sie auch wichtig für den Zuzug von Menschen, die sich in der Regel dort niederlassen, wo sie auch arbeiten.

Da es auch unter den Kommunen einen entsprechenden Wettbewerb um Gewerbeansiedlungen von Großunternehmen gibt, ist hier Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt.

Brandaktuell: Porsche signalisiert eine Ansiedlung in Pforzheim.

Heute waren Vertreter des Stuttgarter Automobilherstellers Porsche mit mir zusammen im Redaktionsgespräch bei der Pforzheimer Zeitung und haben die frohe Kunde überbracht, dass Porsche ab dem Jahr 2023 eine Gewerbeansiedlung für eigene Dienstleister und Systemlieferanten im neu zu schaffenden Industriegebiet „Ochsenwäldle“ (an der Autobahnauffahrt Pforzheim-Süd) plant. Dazu haben bereits erste Gespräche stattgefunden und es liegt auch eine Reservierung seitens des Automobilherstellers vor.

Erste Informationen können Sie schon jetzt auf der Website der Pforzheimer Zeitung dazu lesen:

Besuch auf der Inhorgenta in München.

Die Inhorgenta München gehört zu den wichtigsten Schmuck- und Uhrenmessen in Europa und läutet traditionell das Messejahr der Branche ein. Für Pforzheimer Schmuck- und Uhrenfirmen ist die Inhorgenta zudem eine „Heimatmesse“ und dieses Jahr zusätzlich auch eine wichtige Plattform zur Bewerbung unseres Schmuckjubiläums Goldstadt 250, wie durch Werbemittel vor Ort eindrucksvoll gezeigt wird.

Es ist dabei sehr erfreulich, dass die allermeisten Pforzheimer Schmuckunternehmen sich als Botschafter von Goldstadt 250 verstehen und sehr aktiv tätig sind. Beispielsweise hat die Firma Leo Wittwer gleich eine komplette Vitrine als Goldstadt-250-Vitrine umfunktioniert, die mir Geschäftsführer Frank Maier vorführte.

Goldstadt 250 in einer Vitrine von Leo Wittwer auf der Inhorgenta; von links: OB Gert Hager, Frank Maier (Geschäftsführer Leo Wittwer)

Schmuck aus Pforzheim wurde auch am Samstagabend präsentiert, hier beispielsweise vom Unternehmen Gellner.

Nicht zu vergessen ist, dass die Inhorgenta traditionell auch ein starker Seminaranbieter ist. Viele Selbstständige, Freiberufler und kleine Firmen finden sich auf der Inhorgenta regelmäßig auch zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterbildung ein. Ein ideales Umfeld für die Schmuck- und Uhrenwirtschaft und letztlich auch eine sehr gute Werbefläche für unseren Standort und für Goldstadt 250.

Pforzheim ist gut in Sachen Mittelstand!

Der Mittelstand ist in Deutschland das Rückgrat der Wirtschaft – auch in Pforzheim. Das wird durch eine brandaktuelle Statistik der Unternehmerplattform Die Deutsche Wirtschaft eindrucksvoll unterstrichen. Die Unternehmerplattform pflegt eine umfangreiche Liste „Mittelstand 10.000“ mit den 10.000 wichtigsten Mittelständlern und hat in einer Untersuchung ermittelt, in welchen Städten Deutschlands die meisten mittelständischen Unternehmen aus dieser Liste beheimatet sind.

Pforzheim steht in dieser Vergleichsliste der 100 für den Mittelstand attraktivsten Städte auf einem sehr guten Platz 23. Insgesamt 31 Unternehmen aus der „Mittelstand 10.000“-Liste sind bei uns in Pforzheim zu Hause, darunter so Unternehmen wie die K-Mail-Gruppe (Platz 28 der 10.000 größten Mittelständler) und die Witzenmann GmbH (Platz 194).

Wenn wir in der Städteliste nur die Städte in Baden-Württemberg betrachten, liegt Pforzheim hinter Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim (die allesamt größer als Pforzheim sind) sogar auf Platz 4 und vor Heidelberg, Freiburg und Heilbronn.