Ihr Oberbürgermeister für Pforzheim.

Faschings-Kehraus in Dillweißenstein.

Dabei sein ist alles! Das gilt auch für den Schneemann im traditionellen Faschings-Kehraus, auch wenn es immer damit endet, dass der Schneemann dabei niemals gewinnt. Auch ich konnte ihn dieses Jahr nicht vor seinem verdienten Abtreten retten und so ging er seinen Weg, nachdem er kurz zuvor noch von mir und meinen OB-Bewerberkollegen seinen Kopf montiert bekommen hat.

Trotz des sehr ernsten Anlasses (darauf wird im Dillschdener Fasching großer Wert gelegt!) war die Stimmung prächtig. Mit der Verbrennung des Schneemannes schließt die Belrem-Gilde nun offiziell mit dem Winter ab.

Besuch beim zweiten Faschings-Gottesdienst.

Wir sind inmitten der „fünften Jahreszeit“ und eine schöne Tradition ist der nunmehr zweite Faschings-Gottesdienst, der am gestrigen Sonntag in der Schlosskirche veranstaltet wurde. Wer aber glaubt, es ginge dabei nur um Spaß, irrt – neben Fürbitten gab es auch eine Predigt (die freilich eher einer Büttenrede ähnelt), die gemeinsam gehalten wurde von Pfarrerin Heike Reisner-Baral und Karl Knopf von den Kohlrabinern aus Büchenbronn. Untermalt war der Faschings-Gottesdienst auch mit fröhlicher Faschingsmusik und nicht mit üblichen Choralgesängen.

Eine Bildergalerie zum Faschings-Gottesdienst gibt es unter anderem auf ritschratsch-klick.de.

Das Rathaus ist (vorübergehend) gestürmt! 😉

Das Unvermeidbare der fünften Jahreszeit ist heute wieder über mich hereingebrochen – das Rathaus wurde gestürmt! Rund 150 Vertreter der Karnevalsgesellschaften aus Pforzheim und dem Enzkreis waren am heutigen Samstagvormittag auf dem Marktplatz und riefen lautstark um Einlass und um symbolische Aushändigung des Rathausschlüssels. Da muss ich auch als Oberbürgermeister vorübergehend kapitulieren.

Als „Goldschmied“ (passend zum Schmuckjubiläum) konnte ich wenigstens noch meine Rede verlesen, die selbstverständlich in Pforzheimer Mundart verfasst und gehalten wurde:

Verehrte Herrn, verehrte Damen
wie schön, dass Sie heut alle kamen.
Als Goldschmied heiß ich Euch willkommen
und des hat einen Grund, der sonnen-

klar ist hier und dieser Zeiten
da all die frohe Kund’ verbreiten
vom Jubeljahr mit viel Tam-tam
weil einst im Waisenhaus begann –

was unser Pforze ließ erstrahle
in goldne Farbe viele Jahr.
Des will ich euch kurz ausmale
wie des damals ung’fähr war.

 

Mit dem Autran, da ging es los,
des war ein Uhrmacher-Franzos’.
Der durft’ zum Markgraf einst im Lenz
hochg’stoche hieß des: „Audienz“.

Autran die richt’gen Töne traf.
Die gingen glatt durch Mark und Graf.
Der gab ihm dann auch seinen Seg’
hochg’stoche hieß des: „Privileg“.

Im Waisenhaus gab’s bald den Schmuck
und der Erfolg, der kam ruck-zuck
schon bald galt Pforze – i schwätz’ koin Senf! –
in der Welt als „kleines Genf“.

Als Zentrum für hübsches Geschmeide
konnt’ uns praktisch jeder leide.
Ob echt, ob unecht, Hauptsach’ schee
hochg’stoche hieß des dann: „Doublé“.

250 Jahre sind vergange’
seit der Entscheidung mit Gewicht.
Des isch doch wert, ä Feschd z’feire,
über des man lang no spricht!

Weiter als d’Rassler einst werde se laufe,
um unsre Festivalkarte z’kaufe.
Doch ich will euch net zu viel erzähle,
aus’m Programm könnt’ ihr selber wähle.

 

Apropos wähle, des isch so a Sach
bald gibt’s u’glaublich viel zum Votiere
Macht’s net wie die in den U–S–A
die ändern doch nix, diese Trump–eltiere.

Ob Präsident, ob Kanzler gar
entschieden wird des dieses Jahr.
Nicht zuletzt im Mai, so um den Dreh
wählt Pforze sich auch ’nen OB.

Ob Goldstadt hin, ob Jubel her,
ich find, der hat es ganz schön schwer.
Legt Hand uffs Herz und lasst mich lausche:
Wer von euch will schon mit dem tausche?

Es stimmt, es gibt noch viel zu schaffe:
’s Zentrum, d’Bäder, ’s Straßenpflaster.
Bloß muss man dabei eines raffe:
Der Stadt, der fehlt’s an Zaster.

Vielleicht muss ich’s noch lauter fiepen:
Wir bräuchte einfach viel mehr Piepen!
Da geht’s uns wie einst Nofretete,
es fehlt der Schotter und die Knete!

Es isch wie’s isch, ich sag es doch,
hochg’stoche nennt man’s: „Haushaltsloch“.
Jetzt hör ich auf zu insistiere’
Ich seh doch, dass die Damen friere.

Zum Glück muss des alles i ned richte,
als kleiner Goldschmied kann ich dichte.
Doch dem, der sich der Sach’ annimmt,
dem wünsch’ ich ganz viel Rückenwind!

 

Eins muss noch raus, bevor ich geh’
nehmt’s als mein Goldstadt-Plädoyer.
Land ich damit auch nur mäßig Lacher:
’s braucht koi Besserwisser, sondern Bessermacher!

Jetzt hab ich lang genug sinniert,
ich seh, dass auch ihr Herren friert.
Ich hab mei’ Schuldigkeit getan
und schwenk für Euch die weiße Fahn.

’Nen Schlüssel hab ich für die Tür,
den soll ich übergeben.
Ich überlass’ Euch Narren alles hier
und hör jetzt auf mit reden!

Wichtiger Hinweis für alle Bürgerinnen und Bürger, die in den nächsten Tagen Amtsgeschäfte im Rathaus verrichten wollen: Das Rathaus ist „nur“ symbolisch gestürmt und selbstverständlich gehen alle Amtsgeschäfte so weiter wie üblich.